Deutscher Pinscher: Kira
Zuckersüß und rotzefrech zugleich.
Der Deutsche Pinscher wird zwar nicht als ‚Anfängerhund‘ empfohlen, aber mal ganz ehrlich: Es hängt doch eher von der Einstellung des Menschen ab. Besser sollte man sich hinterfragen ob man ein ‚Anfängermensch‘ für Hunde wäre 😉
Ich persönlich habe einen mittelgroßen Hund gesucht (Deutsche Pinscher haben eine Schulterhöhe von 45-50cm und ein Gewicht von 15-20kg) der auch gut in einer Stadtwohnung gehalten werden kann.
Die Fellpflege sollte auch so einfach wie möglich sein, da ich keine Lust auf ständiges kämmen hatte. So ist meine Wahl auf den deutschen Pinscher gefallen.
Zwar ist keine Fellpflege nötig, aber hier geht die Liebe wortwörtlich unter die Haut. Denn es kommt regelmäßig vor, dass mir Haare, die auf dem Boden liegen, im Fuß stecken bleiben, was wirklich fies und schmerzhaft ist. Noch schlimmer sind die Haare, die sich beim Wäschewaschen zunächst unbemerkt in meinen BH verirren und dann dort ihr Unwesen treiben. Ansonsten bemerkt man den Pinscherglitzer kaum in der Wohnung oder auf der Kleidung.
Die Welpenzeit ist wohl für jeden eine sehr große Herausforderung. So auch bei Kira und mir. Zeitweise habe ich ausgesehen als hätte ich mit zehn Katzen gekämpft, so verkratzt waren meine Hände und Arme von den spitzen Welpenzähnchen. Je mehr ich auf die gut gemeinten Tipps der Trainer und Erzieher gehört habe, desto schwieriger wurde die Situation. Was bei uns sehr gut funktioniert hat: Dem Welpen eine kurze Auszeit gönnen, wenn das Energielevel zu hoch wurde. So durfte Kira in diesen Momenten einfach selbst lernen, sich im Flur auf ihrer Kuscheldecke mal allein auszuruhen. Anstatt durch, egal welche Handlung mir empfohlen wurde, noch mehr hochzufahren.
Kira bevorzugt es, immer unter einer Decke zu liegen, so haben wir im Durchschnitt ständig 10 Decken im Gebrauch. Egal ob im Sommer oder im Winter.
In der kälteren Jahreszeit ist es nötig, dass man Hunden ohne Unterwolle einen Pulli oder eine Jacke anzieht um den Körper warm zu halten. Kira mag zwar keine Kleidung, aber bei Minus Temperaturen akzeptiert sie dann doch einen Pulli.
Viele Hunde mit dünnen Schlappohren neigen zur sogenannten Ohrrandnekrose, so auch der deutsche Pinscher. Kira bekommt daher prophylaktisch oft eine Mütze an sobald das Fell an den Ohren lichter wird.
Glücklicherweise ist die Rasse generell doch sehr gesund, und es sind keine rassespezifischen Krankheiten bekannt.
Kira ist sehr intelligent und hat ganz schnell den Dreh raus wie sie bekommt was sie will.
Sie wendet bei unterschiedlichen Menschen die jeweils passende Taktik an. Wenn sie mit zuckersüß sein nicht weiter kommt, wird sie eben rotzefrech, und bringt einen damit zum lachen.
Bei anderen gibt sie auch schon mal den ‚Vorzeigehund‘ und sitzt ganz artig um ein Leckerchen zu ergattern.
Keine der Verhaltensweisen wurden von mir antrainiert, sie entscheidet ihr Verhalten spontan und individuell an ihr Gegenüber angepasst selbstständig.
Draußen ist Kira vor allem mit ihrer Nase unterwegs. Ihre Grundgeschwindigkeit beim gehen entspricht etwa meinem Tempo wenn ich jogge. Daher haben wir uns generell auf ein recht schnelles Tempo bei unseren Spaziergängen geeinigt. Gemeinsames Joggen funktioniert zwar nicht, da Kira sich darauf verlässt dass ich mich um alle Dinge im Außen kümmere (Schutz bei Autos, Radfahrern und anderen Menschen) und ich dass nicht gewährleisten kann wenn ich außer Puste bin.
Hundebegegnungen sind nur bei einer Rasse ein Problem, und zwar bei der Rasse die mir persönlich im Unterbewusstsein aus Erzählungen und Erfahrungen in meiner Kindheit Unbehagen bereitet.
Ansonsten ist Kira ganz ruhig und eher weniger an anderen Hunden interessiert, auch braucht sie keine regelmäßigen Playdates sondern entscheidet, je nach ihrer Tagesstimmung, auch bei befreundeten Hunden, ob sie Lust zu Spielen hat oder nicht.
So macht sie meistens einfach alleine ‚ihr Ding‘.
Sie zeigt mir draußen auch ganz deutlich welchen Weg sie gehen möchte und welchen nicht. Oft sind wir so schon im Vorfeld unangenehmen Begegnungen entkommen, oder wurden einmal sogar vor einem herabstürzenden Ast bewahrt.
Zu Hause ist sie immer sehr gechillt, außer es steht plötzlich jemand an der Tür – dann wird auch mal gebellt. Hier kommt dann wohl der verwandte Dobermann Schutzhund durch 😉 Ansonsten hört man von ihr nie ein Bellen. Aber dafür den ein oder anderen witzigen Laut der ihre Bedürfnisse (meist nach was zu Essen) ausdrücken soll.
Kira ist zwar als Zweithund aufgewachsen, fühlt sich mittlerweile aber als Einzelhund wohler.
Generell könnte ich Kira sehr gut überall hin mitnehmen, egal ob Restaurant, Shopping in der Stadt, oder bei Ausflügen. Sie verhält sich überall ruhig – allerdings eher weil es ihr vielleicht nicht so gut gefällt und sie es einfach nur mit macht. Daher ist sie auch nie aufgeregt wenn ich das Haus ohne sie verlasse, da sie am liebsten zu Hause in ihrem kuscheligen Bett liegt.
Sie kann sehr gut mehrere Stunden alleine bleiben weil sie sich geborgen und sicher fühlt.
Bei fremden Menschen ist Kira sehr zurückhaltend und ignoriert sie selbst dann wenn diese offen auf sie zugehen. Kinder ist sie nicht gewohnt und findet sie etwas merkwürdig, oft auch zu laut bzw. zu unkontrolliert in den Bewegungen. Daher geht sie ihnen lieber aus dem Weg.
Ich habe Kira noch zu keiner Zeit aggressiv oder angriffslustig erlebt. Auch beim Tierarzt ist sie zwar aufgeregt, verhält sich aber ganz ruhig und lässt alle Untersuchungen zu.
Das Treffen von geliebten Menschen bringt sie zum lachen und zum tanzen. Dann zeigt sie das berühmte Pinschergrinsen und der ganze Körper wackelt vor Freude.
Vertrauen ist beim deutschen Pinscher – so wie auch bei allen anderen Hunderassen – das A und O im Zusammenleben.
@kira_und_der_koenig
Wer mehr über Kira und ihr Frauchen Diana erfahren möchte, kann auf seinem Instagram-Profil vorbeischauen und ihr folgen.
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