Husky: Ando
„Es gibt Hunde und es gibt Huskys“ (Autor unbekannt)
Ich bin Ersthundebesitzerin und jeder hätte mir wohl davon abgeraten, als Ersthund einen alten Husky zu adoptieren. Zum Glück traf ich die Entscheidung aber für mich alleine, in meinem stillen Kämmerlein am Ende der Welt (mein Mann und ich haben damals noch in Nordnorwegen gelebt) und bin im Nachhinein sehr froh darüber.
Ando, ein Alaskan Husky, kommt aus Nordnorwegen, hat 7 Jahre lang in ausschließlicher Zwingerhaltung gelebt und als Schlittenhund gearbeitet.
Als wir erzählten, dass wir zurück nach Deutschland ziehen werden durften wir uns von einigen selbsternannten Husky – Experten anhören, dass es dort ja viel zu heiß für einen Hund wie Ando sei.
Und ja, Ando ist ein Husky. Und nein, er hat keine blauen Augen denn Huskys sind im Rassestandard der FCI die einzigen Hunde, die keinem vordefiniertem Phänotyp entsprechen müssen und sowohl blaue als auch braune Augen haben, sowohl Flecken als auch alle möglichen Farben haben dürfen.
Was alle Huskys vereint, ist ihr unbändiger Wille zu rennen, zu laufen und sich zu bewegen. Ich bin als Couchpotato in die Hundehaltung gestolpert und inzwischen Ando so dankbar dafür, dass er mir die Freude an der Natur wiedergegeben hat.
Wir gehen gemeinsam jagen, selbstverständlich in völliger Harmonie mit der Natur, an der Schleppleine gesichert und kein Wild hetzend oder aufstöbernd, entdecken Wildspuren und beobachten Babyfüchse aus der Ferne. Denn Huskys sind Jäger, und das mit voller Leidenschaft. Am Vorurteil, man könne Huskys den Freilauf nicht zumuten ist also durchaus etwas dran. Sollte Ando dann doch einmal frei laufen dann hat er einen unheimlich großen Radius. Doch ich bin mir sicher, dass man mit entsprechendem, gewaltfreien, Training, trotzdem auch jeden Husky dazu bekommen kann, sich am Menschen zu orientieren und zuverlässig auf den Rückruf zu hören. Ich bin nur leider dummerweise vollkommen trainingsfaul und liebe seine Eigenständigkeit, seine Lebensfreude und seinen Dickkopf. Huskys sind als Hunde vom Urtyp sehr eigenständig und bestimmt, binden sich aber auch fest an ihre Bezugsperson, wenn diese ihnen auf Augenhöhe, ohne Gewalt und ohne Dominanzanspruch begegnet. Das führt wiederum oft dazu, dass Huskys ungerne alleine bleiben. Zudem ist das Gruppenleben genetisch in ihnen fixiert und ein Husky ist ungerne allein. Oft wird empfohlen, Huskys nur in Gruppen zu halten, unserer signalisiert uns jedoch deutlich, dass er gerne Einzelhund bleiben will.
Huskys (zumindest meiner) sind so sensibel, wie sie eigensinnig sind und nichts ist leichter, als manche von ihnen zu brechen, wenn man sie mit Strafe und Gewalt versucht zu trainieren. Ich kenne aber auch gegenteilige Aussagen, die Huskys „Unbrechbarkeit“ attestieren, was zu dem Vorurteil geführt hat, sie seien untrainierbar.
Ja, ein Stück weit wird man sie immer nehmen müssen, wie sie sind. Sich auf sie und ihre Bedürfnisse einlassen. Sie begleiten, sie liebevoll anleiten und sie beschützen, wo sie Schutz benötigen. Dann schenken sie einem ihr Herz und teilen etwas von ihrer Stärke, Lebensfreude und Unbändigkeit mit uns. Was alle Huskys eint ist ihr freundliches Wesen, ihr freundliches Gemüt und ihre Liebe zu Menschen. Sie sind nicht territorial, würden einen Einbrecher wahrscheinlich freundlich begrüßen und neigen nicht zum Bellen. Was viele Huskys stattdessen tun, ist Heulen oder „sprechen“. Da unser Husky im Allgemeinen sehr still ist, kann ich hierüber jedoch nicht viel sagen.
Achja, fast hätte ich vergessen, mit dem wichtigsten Vorurteil aufzuräumen: Nein, Huskys schwitzen nicht im Sommer. Zumindest nicht mehr, als andere Hunde das tun.
Huskys haben allerdings ein spezielles, isolierendes Unterfell, dass sie im Sommer abwerfen. Somit sind sie besser vor Wärme geschützt wie viele andere langhaarige Rassen, die dieses Fell auch im Sommer noch tragen. Und auch in Sibirien und im hohen Norden sind die Sommer mittlerweile heiß. Es gibt erste Weingebiete in Oslo und in Mittelnorwegen kann man schon Pfirsiche ernten (Hallo Klimawandel).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Husky ein ganz spezieller Hund, ein ganz spezieller Begleiter ist, der viel Liebe und Verständnis von einem verlangt und der physisch und psychisch ausgelastet, jedoch nicht überlastet werden sollte. Denn auch wenn Huskys gerne rennen, draußen sind und laufen so sind sie auch gewöhnt, viel zu ruhen und tun dies auch, wenn man sie lässt.
Was ein Husky nicht braucht sind Menschen, die ihn nicht ernst nehmen in seinen Nöten, Bedürfnissen und Eigenarten. Menschen, die ihn brechen, statt führen und anleiten wollen.
Wer mehr über die Bedürfnisse dieser speziellen Rasse erfahren möchte, dem sei diese Podcast Folge sehr ans Herz gelegt:
@paws.of.faith
Wer mehr über Ando erfahren möchte, kann auf seinem Instagram-Profil vorbeischauen und ihr folgen.
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