Podenco Andaluz: Nacho
Das Leben mit einem Podenco ist nie langweilig.
Und das kann man glaube ich allgemein für alle Podenco Rassen so beschreiben. Der Podenco wird nämlich nach seiner regionalen Herkunft (Spanien bzw. Portugal) unterschieden. Sie unterscheiden sich vor allem optisch, u. a. in Größe, Farb- und Fellvariation.
So gibt es den Podenco u. a. als Canario, Ibicenco, Portugues oder Andaluz (Maneto). Verwandte Rassen außerhalb von Spanien und Portugal sind z.B. der Cirneco dell’Etna, der Pharaonenhund und der Kritikos Lagonikos. Nicht alle der vorgenannten Rassen sind anerkannte FCI-Rassen.
Man ist sich nicht sicher, ob der Podenco seinen geschichtlichen Ursprung beim Tesem oder Pariahund hat. Was sie aber alle gemeinsam haben: die fledermausähnlichen Stehohren (ich nenne sie auch gern Tütenohren). Meist sind sie rötlich (oder honigfarben) mit weiß oder umgekehrt. Es gibt sie mit glattem oder rauem Fell.
Sie sind offiziell windhundähnlich, zählen laut FCI aber nicht zu den Windhunden (FCI-Gruppe 10), sondern werden den Hunden vom Urtyp – Hunde zur jagdlichen Verwendung (FCI-Gruppe 5) zugeordnet. Grund dafür ist, dass sie keine reinen Sichtjäger sind, sie jagen mit allen Sinnen und bedienen meist nicht nur einen kleinen Teil der Jagdverhaltenskette, sondern fast die komplette Jagdverhaltenskette. Sie sind Solitärjäger, das heißt Zusammenarbeit mit dem Jäger ist kein Zuchtziel – stattdessen sollen sie ihre Beute selbstständig jagen, fangen und bringen (lebend, mit weichem Maul). Nacho hat seine Rassebeschreibung gelesen und mir ein Nachbarshuhn bereits selbstständig gejagt, gefangen und gebracht – lebend (inkl. 2 Tage stationärem Aufenthalt in einer Düsseldorfer Tierklinik des Huhns – es wurde eine Rippe entfernt und an Brust und Rücken genäht). Sie jagen zwar oft in der Meute, dabei entscheidet der Podenco aber ebenfalls selbstständig welchen Part er übernimmt.
Diese Eigenständigkeit in Zusammenhang mit dem ausgeprägten Jagdverhalten führt häufig dazu, dass der Podenco ein Leben an der (Schlepp-)leine führt. Regelmäßiger (gesicherter) Freilauf ist für diese lauffreudigen Hunde aber unabdingbar.
In ihren Herkunftsländern sind Podencos keine Seltenheit, so werden sie oft von Jägern in Verschlägen im Hinterland vermehrt und leben dort an kurzer Kette ohne Wasser und Futter in ihren eigenen Exkrementen, bis es für sie zur Jagd geht. Am Ende einer jeden Saison wird radikal aussortiert und man entledigt sich der meisten Podencos in dem man sie erhängt, ertränkt, erschießt oder aussetzt. Der glücklichere Teil dieser Podencos schafft es ins Tierheim und wird von dort aus in die Welt vermittelt, sehr viele schaffen es aber nicht. Deshalb kämpfen so viele Tierschützer vor Ort unermüdlich, um eine Verbesserung der Gesetzeslage zum Schutz der Jagdhunde, die vor dem Gesetz (zumindest in Spanien) nicht als Haustiere zählen.
Um das Leben mit meinem rauhaarigen Podenco Andaluz zu beschreiben (ich kann ja nur für meinen Podi sprechen, jeder Einzelne ist eben auch ein Individuum), zitiere ich gern Jochen Mariss „Die Kunst zu lieben besteht vor allem darin, sich nahe zu sein, ohne sich zu nahe zu treten, sich täglich zu sehen, ohne alltäglich zu werden, eins zu werden & doch zwei zu bleiben“. Dies war auch Teil unserer Traurede und doch finde ich es einfach perfekt, um das Leben mit einem Podenco zu beschreiben. Podencos sind intelligent, sozial, humorvoll, sensibel, sanft und kreativ – wer wünscht sich nicht einen Partner an seiner Seite mit diesen Eigenschaften
Mein Podenco Andaluz ist auch unglaublich selbstständig, oft wird ihnen nachgesagt sie seien stur und schwer erziehbar – das ist meinen Augen aber eine Fehlinterpretation. Denn sie wurden jahrhundertelang auf Eigenständigkeit und Willensstärke gezüchtet, will to please ist nicht gefragt, sondern ein hochspezialisierter, selbstständiger Jäger. Und das unterscheidet ihn eben von vielen anderen Jagdhunderassen. Nacho weiß was er will und alles was er tut, muss für ihn einen Sinn ergeben. Blinder Gehorsam ist hier nicht vorhanden, man muss sich der Zusammenarbeit schon als würdig erweisen. Gemeinsam zusammenwachsen und zusammen wachsen. Geht man bedacht auf ihn zu und schafft es den Individualisten mit Ruhe und Geduld zu überzeugen, dass das was man gerade erwartet auch Sinn macht – kann man sich keinen besseren Freund wünschen.
Dafür muss man aber selbst genau wissen was man möchte und dies auch souverän mit liebevoller Konsequenz vertreten können. Schafft man das, hat man einen tollen Begleiter an seiner Seite – loyal und klug – lösungsorientiert.
Die Welt steht einem offen, denn eigentlich kann man ihn überall mit hinnehmen ohne das man auffällt.
Das was Nacho wirklich Spaß machen würde – kann ich ihm nicht bieten. Eine Meutejagd auf Kaninchen auf freier weitläufiger Fläche. Aber wir haben „Alternativen“ gefunden. Alles in Maßen, denn sonst macht es auch wieder keinen Sinn so gehen wir mantrailen und machen ein wenig Dummyarbeit. Auch die ein oder Agility Hürde macht Nacho gern, genauso wie Tricks – denn dafür springen die besten Leckerchen raus. Aber kein mantrailen, keine Dummyarbeit, kein Tricktraining ist wie das andere. Es hängt immer von der Lust und Laune des Podencos ab. Hat er heute „keine Lust“ brauchen wir es gar nicht probieren – denn im Grunde geht es nur „ganz oder gar nicht“. Aber auch geht nicht, gibt es nicht – wenn es um ein Problem geht, dass der Podenco lösen will (zum Beispiel einen Zaun den es zu überwinden gilt oder eine Tür die es zu öffnen gilt).
Mich hat Nacho unglaublich viel gelehrt, vor allem Ruhe – die bringt er im Haus von alleine mit und draußen, wenn er auf Wild trifft, muss ich sie ihm Nahe bringen. Nicht so einfach als aufbrausender, impulsiver Mensch. Ein Leben ohne Podenco ist möglich, aber für mich sinnlos <3
@nacho_picchu_the_podenco
Wer mehr über Nacho erfahren möchte, kann auf seinem Instagram-Profil vorbeischauen und ihr folgen.
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